"Zwei Männer ein Ziel - Jazz mit Stimme"

Norbert Gottschalk und Frank Haunschild sind the duo

 
 

 

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Pressezitate aus Livekonzerten

Stimme wie ein Instrument eingesetzt

Zeitlose Spontaneität in kreativer Vollendung. Ob intensive Zwiegespräche mit der eleganten Gitarre oder fesselnde Vokalexkursionen: Das Duo Norbert Gottschalk & Frank Haunschild verabschiedete sich im Cotton Club zunehmend von gängigen Phrasen und Licks der Bebop-Ära. Die Suche nach dem Song im Song – der perfekten Melodie im Solo – scheint das Ziel zu sein. Sie kultivieren die Kunst des Duos. Das ist nicht bloß eine Sache der Zweiheit. Es ist ein Geflecht aus tausend Fäden, von denen der Hörer nur wenige verfolgen kann. Und es ist eine Art Gegenbewegung: fort von der elektronisierten Lautstärke zu einer intimen, aufs äußerste personalisierten Aussage.

Norbert Gottschalk weiß seine Stimme wie ein Instrument einzusetzen. Schier ein ganzes Orchester bringt seine Kehle hervor: Schlagzeug und Saxophon, Trompete und Bass. Aber all das kommt aus dem Mund eines einzigen Mannes, vom tiefsten Bass bis zum höchsten Flageolett. Rhythmisch vital, und trotzdem von einer großen Sensibilität und Intimität. Gottschalk ist gleichzeitig auch ein ausgezeichneter Gitarrist und Trompeter. Besonders seine Soli auf dem Blechblasinstrument waren von einem ganz eigenen melodischen Zauber und überzeugten sowohl durch die melodisch-dynamische Spannkraft als auch durch den zarten Ton.

Frank Haunschild ist nicht nur ein Theoretiker, der mit seiner dreibändigen Schule „Die Neue Harmonielehre" ein Standardwerk der modernen Musikpädagogik geschaffen hat, er versteht sein Handwerk auch praktisch umzusetzen. So entwickelte er einen Individualstil von absoluter Geschmackssicherheit und einer dosiert – im Sinne einer völligen Deckung von Können und Wollen – eingesetzten Technik. Die strukturelle Klarheit schließt weder Feuer noch Beseeltheit noch Bluesatmosphäre aus. Da dominiert die Kunst der Reduktion: entschlackt von üppigem Beiwerk, gelingen Passagen purer Essenz.

zurück zum Anfang  (Die Rheinpfalz, 25. September 1999)

 

Wiesloch in Concert

Das diesjährige Wieslocher Festival würdigte die Kombination Gesang/Gitarre als Konzertschwerpunkt, mit dem Jazzduo Haunschild & Gottschalk zum Auftakt. Frank Haunschild, Dozent der Kölner Musikhochschule, setzte als sensibler , geschmackvoller und sensibler Begleiter des Sängers Norbert Gottschalk auf einer Archtop und einer Bariton-Gitarre gleich Maßstäbe und Glanzpunkte. Nicht aufdringlich virtuos, sondern mit entspanntem Respekt für die jeweilige Song-Idee hat das Tandem seine Grenzen noch nicht erreicht, obwohl ihre handwerklich feinen, gefühlvollen und zeitlos schönen Interpretationen schon jetzt mitreißen.

zurück zum Anfang (Akustikgitarre, November1999)

 

Ausgebuffte Profis neben den Stars von morgen

„The Art of a Duo" aus Köln – das sind Norbert Gottschalk (Gesang) und Frank Haunschild (Gitarre) – verbreiteten mit Vokalakrobatik Jazzlaune der feinen Sorte. Gottschalk perlen bei vollem Körpereinsatz die Silben wie Wasser über die Lippen, Haunschild bearbeitet verliebt seine Gitarre. Jazz von diesem Duo ist Musikkommunikation pur.

zurück zum Anfang (Badische Zeitung, 15.12.1999)

 

Duo zog alle Register seines Könnens
Das Publikum war restlos begeistert

Die „Kunst des Duos" in höchster Vollendung wurde jetzt in Xanten zelebriert. Elfie Kluth war es gelungen, den Sängerkollegen Norbert Gottschalk einzufliegen, und der kam in seiner aktuellen Kleinkunstformation mit dem Gitarristen Frank Haunschild. Beide sind seit nahezu drei Jahrzehnten in der Jazzszene aktiv, haben mit namhaften Musikern zusammengearbeitet und sind über ihre langjährige Tätigkeit an der Hochschule für Musik Köln hinaus gefragte Gastdozenten. Doch an diesem Abend stand die Praxis im Vordergrund, und da leistete das Duo im intimsten Rahmen (selten war es in einer Kneipe so ruhig!) einfach Sensationelles.

Das Duo Gottschalk-Haunschild zieht alle musikalischen Register, und vergisst dabei bei weitem nicht den guten Geschmack. Gottschalks atemberaubende Scat-Improvisationen sind unüberhörbar instrumental inspiriert. Kein Wunder, stellte er seine Fertigkeiten auf Trompete und Gitarre gleich mit unter Beweis. Seine sonorigen Stimmbänder müssen da auch schon mal für vertrackte Riffs und Walking-Bass-Linien herhalten, während Kollege Haunschild die spritzigen Single Notes aus seinen drei Vorzeige-Instrumenten zaubert (klanglich besonders delikat die eigens entwickelte Bariton-Gitarre).

Sie sind zu zweit und klingen teils wie eine ganze Band. Sie scheuen weder „Hals über Kopf"-Tempo noch melancholische Beschaulichkeit. Ihre unüberhörbare und –sehbare Spiellaune und Spontaneität stecken an und reißen mit. Mit zwei ultraschnellen Zugaben verabschiedeten sie sich von einem restlos begeisterten Publikum.

zurück zum Anfang (Xanten, 21.12.1999)

Alles stimmte

Sänger/Trompeter Norbert Gottschalk und Gitarrist Frank Haunschild sind „The Art of a Duo". Die beiden Musiker spielten bei KneipenArt viele Improvisationen und harmonisch-melodischen Jazz – das Publikum war begeistert. Seit etwa fünf Jahren arbeiten die beiden zusammen. Magie, ja, so klingt es, wenn Frank Haunschild seine Gitarre in die Hand nimmt und losspielt. Da stimmt alles: Tempo, Melodie, Rhythmus, Melodie. Die Musik fließt aus der Gitarre heraus und inspiriert Norbert Gottschalk mit Trompete oder Gesang einzustimmen.

zurück zum Anfang (Rheinische Post, 22.12.1999)

 

Softe Schmankerl

Wegen der für ein Duo reduzierten Mittel kann der Abend im Jazztone mit Fug und Recht als kammermusikalisches Schmankerl bezeichnet werden. Angenehm leicht und doch emotional kamen Haunschild - Gottschalk daher, ohne je in die Gefahr zu geraten, in schnulzigen Schmuse-Einschlaf-Jazz zu verfallen. Der Club am Haagensteg war zwar nicht voll besetzt mit Zuhörern, aber es waren einige Gitarristen darunter, die den hervorragenden Frank Haunschild, dessen Lehrbücher ja bereits zu den Standardwerken der modernen Musikpädagogik gehören, hören und sein Spiel studieren wollten. Sie wurden nicht nur mit relaxtem Fingerpicking, herrlichen Walking-Linien und schlichtweg großartigen Gitarrensounds belohnt, sondern auch durch die Gelegenheit für Fachgespräche mit dem "Meister" persönlich, der sich in der Pause viel Zeit für den verbalen Austausch mit den Kollegen nahm. Manch einer durfte sogar eine von Haunschilds akustischen Gitarren nehmen und vorsichtig ein paar Akkorde darauf spielen.Für viele Nicht-Gitarristen im Jazztone war dagegen das Hören einer elektrischen Bariton-Gitarre eine unverhoffte Premiere. Eine Terz tiefer klingend ging die schon fast in den Bassbereich herein und entfaltete ihren ganz besonderen Reiz, als sie unter Haunschilds Fingern die brave "My funny Valentine" in eine fetzige "My funny Valentine" verwandelte. Wie den Gitarristen zeichneten auch den Vokalisten Norbert Gottschalk einfühlsame Interpretationen, Swing und Virtuosität aus. Sauber intonierend - hauptsächlich in der höheren Lage - reizte er punktuell sein Stimmregister bis zur unteren Grenze aus. Gutturale Scat-lmprovisationen im besten McFerrin-Stil bewiesen immer wieder seinen Ideenreichtum. Und Norbert Gottschalk bläst zudem eine dichte, gedämpfte Trompete, wie er in Miles Davis' Blues "Down" hören ließ. Die Interpretation von Rodrigos "Concierto de Aranjuez" zeigte einmal wieder, dass ein solcher Ohrwurm lange noch nicht ausgereizt ist, aber nur, wenn sich Könner an eine neue Fassung machen. Die von der Kritik durchweg gelobte erste gemeinsame CD "Art of a Duo" ging denn im Jazztone auch weg wie die sprichwörtlichen warme Semmeln.

zurück zum Anfang (Badische Zeitung, 22. Mai 2000)

 

Publikum war hoch konzentriert

Was Frank Haunschild mit seinen diversen Gitarren an Soundfülle erzeugte und wie er immer wieder Rhythmen, Bassläufe, Melodielinien und Akkorde miteinander verband, war für sich allein genommen schon beeindruckend. Die Verbindung mit dem Gesang Norbert Gottschalks aber, das mühelose aufeinander Eingehen und das an eine Jonglage erinnernde Hin- und Herreichen der Melodien machten die besondere Qualität, die Kunst des Duos aus. Das Publikum verfolgte weite Teile des Konzerts hoch konzentriert und mit beinahe atemloser Stille. Erst am Ende der einzelnen Stücke bedankten sich die Zuschauer mit lautstarkem Applaus. Eine Begeisterung, die am Ende des Konzerts in der mehrfachen nachdrücklichen Forderung nach einer Zugabe gipfelte.

zurück zum Anfang (Westfälischer Anzeiger, Oktober 2000)

Songs voller Vitalität
Jazz mit Norbert Gottschalk und Frank Haunschild

Improvisationsgeschick und die Lust an der Kreativität waren es, die dem Konzert die besondere Note verliehen. Mit Frank Haunschild und Norbert Gottschalk standen nicht einfach nur zwei Musiker auf der Bühne, die in solider Manier "ihren Stiefel herunterspielten". Vielmehr traten sie mir einer entschlossenen Leidenschaft auf, die zeigte, dass hier zwei Menschen durch und für die Musik leben. So gewannen die einzelnen Lieder eine außergewöhnliche Lebendigkeit, die sich auf das Publikum übertrug und es im Innersten rührte. Der Zuhörer begriff schnell, warum der Jazz mit all seinen Stilrichtungen immer noch die Welt in Atem hält und sie mir seiner Visions- und Leuchtkraft bezaubert. Sein Charakter und sein Verständnis von Freiheit übertragen sich beim Zuhören und befreien den Zuhörer im wahrsten Sinne des Wortes. Dieses Geschenk verliert sich nicht im Moment des Zuhörens, sondern verweilt wie ein dauerndes Erlebnis. Die Seele der Jazzmusik sollte so für einen Abend wieder lebendig und durch die beiden Musiker auf beeindruckende Weise in Szene gesetzt werden.

zurück zum Anfang (Neuss-Grevenbroicher Zeitung, 26.03.2001)

 

 


Art of a Duo  -  Favorite Songs

Pressezitate
 »Eine schöne wie schlüssig arrangierte Gitarre, relaxter Gesang, cool fließende Trompetenlinien - die beiden Musiker schaffen eine angenehme, swingende Atmosphäre ohne HiSpeed-Solismus beweisen zu müssen oder Joe & Ella- bzw. Tuck & Patti-Klischees zu strapazieren; ein eigenständiger Beitrag zu „The Art of a Duo“ also.«  

                                                                                               zurück zum Anfang  (Gitarre & Bass, August 1998)

 »Gitarrist Frank Haunschild und Sänger/Trompeter Norbert Gottschalk wählen ganz bewusst die reduzierte Form des Duos, um mit einem intimen Album von hoher gestalterischer Kraft den Jazzmarkt zu überrumpeln. Gottschalks wandlungsfähige Stimme und Haunschilds schlank-relaxtes Fingerpicking produzieren eine kaum für möglich gehaltene, erfrischend unverschnulzte Emotionalität, die den Trendsetter „Schmusejazz“ als billigen Bauernfängertrick überführt. Manche der wirklich gelungenen Covers wie Pat Methenys „Always and Forever“, Mingus´ „Goodbye Porkpie Hat“ oder gar Claptons „Tears in Heaven“ klangen nie zuvor intensiver, anregender. Starke Leistung!«

                                               zurück zum Anfang  (jazzthing, September 1998) 

 »Wenn zwei so erfahrene Jazzmusiker wie Norbert Gottschalk und Frank Haunschild ihre „Lieblingslieder“ im Duo aufnehmen, dann klingt das nach jeder Menge Spaß. Und genau der stellt sich beim Hören dieser kleinen Liedersammlung ein. Hier geht’s eindeutig um Musik und nicht um übertriebenen Perfektionismus. Gut, daß Jazz noch so sanft und schön klingen darf. Auf meinem Lieblingstrack DOWN zeigt Gottschalk sein virtuoses Können auf der Trompete, begleitet von herrlichen Walking-Linien der Gitarre, die schließlich in ein treffsicheres „a capella“ Solo münden, welches trotz minimalistisch reduzierter Linienführung die Akkord-Voicings noch zusammenhält. Einfach schön.«

                                                                         zurück zum Anfang  (Fachblatt Musik Magazin, November 1998) 

 »Mit dem Titel der CD „Art of a Duo - Favorite Songs“ ist bereits bestens umrissen, was den Hörer erwartet: die kunst- und geschmackvolle, kammermusikalische Präsentation einer wohldurchdachten Auswahl von Jazz- und Popsongs. Der Zugang des Duos bleibt, auch im Falle der Popstücke, jazzgeprägt. Haunschilds Gitarrensoli und Gottschalks ideenreiche Scat-Improvisationen bescheren der CD einige ihrer lebendigsten Momente. Timing und Handwerk der beiden Musiker sind tadellos, die Aufnahmequalität der CD hervorragend.«

   zurück zum Anfang (General-Anzeiger, November 1998) 

 »Zu den schwierigsten Herausforderungen für Jazzmusiker zählt das Improvisieren im Duo. Norbert Gottschalk und Frank Haunschild stellten sich dieser Aufgabe. Auf den aufgeschlossenen Zuhörer wartet eine reizvoll-besinnliche kammermusikalische Vorstellung, bei der vor allem Gitarrist Haunschild mit großer Flexibilität und Virtuosität überzeugt.«

zurück zum Anfang  (Audio, November 1998) 

 »Zwei Ausnahmemusiker, der Vokalist und Trompeter Norbert Gottschalk und der Gitarrist Frank Haunschild, geben sich alles, nehmen sich nichts. Beide erklingen bei den 13 Standards hochinspiriert, gewähren der Improvisation über „Changes“ größten Raum. Viel Scatgesang und sechssaitige, einfallsreiche Begleitung lassen die über 60 Minuten wie im Fluge vergehen. Eine feine Studie für Scatsänger und Gitarristen.«

 zurück zum Anfang  (Jazzpodium, Dezember 1998) 

 »Eine Jazzstimme und eine Gitarre - kann das etwas hergeben? Es kann. Sänger Norbert Gottschalk und Gitarrist Frank Haunschild haben ihre Lieblingssongs zusammengestellt und eine intime, delikate Platte daraus gemacht. Gottschalk singt, überwiegend in höherer Lage, mit Musikalität, Wärme und punktgenauer Intonation und nimmt durch völlige Entspanntheit für sich ein. Woher seine Sicherheit kommt, zeigt sich, wenn er auch zur Trompete greift oder pfeift: ein Könner. Dass die Reize des unwiderstehlichen „All Blues“ immer noch nicht ausgelotet sind, beweist Gottschalk mit seiner stimmigen Duo-Fassung. Damit erweist er sich als wichtiger deutscher Jazzsänger.«

zurück zum Anfang  (Amadeo, Herbst/Winter 1998) 

»Ein echtes Highlight hat der Autor und Jazzgitarrist Frank Haunschild unlängst im Duo mit dem Sänger Norbert Gottschalk aufgenommen. Nicht nur virtuos, sondern ebenso entspannt und einfühlsam interpretieren auf „The Art of a Duo“ bekannte klassische Jazztitel. Haunschild ist ein perfekter Begleiter und versierter Solist, seine Gitarrensounds sind darüber hinaus schlichtweg großartig - und Vokalist Norbert Gottschalk singt auf eine unangestrengt natürliche Weise, daß es eine Freude ist, diese Platte von der ersten bis zur letzten Note zu genießen.« 

 zurück zum Anfang (Akustik-Gitarre, Oktober 1998) 

 »This is really a duo that works as one. Norbert Gottschalk sings and plays occasional trumpet while Frank Haunschild plays guitar and they sound great together. Gottschalk has a strong tenor voice that he uses well while Haunschild plays acoustic and electric guitars with imagination. They do mostly jazz standards with a few pop tunes thrown in. „All Blues“ swings like mad with Gottschalk doing guttural scat in the best Hendricks/McFerrin style, „Down“ is a simple Miles Davis bop riff where Gottschalk blows tight muted trumpet and „Porkpie Hat“ has very soulful guitar under Gottschalk´s whispering of Joni Mitchell´s lyrics. Most of this is subtle, uplifting and sounds really good.«

zurück zum Anfang  (Cadence, USA, Dezember 1998)  


Pressezitate  zur CD "Bridges"

 Zwei Männer, ein Ziel: Jazz mit Stimme   Uwe Neesemann, Lübecker Nachrichten

 Manchmal ist Musik, als käme man von einer langen Reise nach Hause. Zum Beispiel, wenn man - endlich, endlich - mal wieder deutschen Jazz mit richtigem Gesang geboten bekommt.

Die Stimme hat einen Namen: Norbert Gottschalk, Jazzsänger, Trompeter und Gitarrist. Im feinen inneren Zirkel der deutschen Jazz­gemeinde längst kein Unbe­kannter mehr, und auch im Ausland inzwischen geadelt. Gottschalks erste CD erschien schon 1988, seither ist der Mann mit der hohen Stirn ein gefragter Musiker. Jetzt hat sich Gottschalk erneut mit dem Jazz-Gitarristen Frank Haunschild zusammengetan, um mit sparsamen Mitteln optimale Musik zu zaubern. Das Ergebnis heißt ,,Bridges“ und ist ein Jazz-Album, das vor allem Freunde sentimentaler und warmer Klinge begeistern dürfte. Es ist schon eine spannende Verbindung, die diese beiden da eingehen: Hier die meist in hohen Lagen arbeitende Stimme Gottschalks (der zudem auch zur Trompete und Nylonstring-Gitarre greift), dort die tänzerische Gitarre Haunschilds. Das hat nicht nur seinen eigenen Charme, es hat auch eine spürbare Tiefe und vor allem viel Gefühl. So etwa bei der Adaption des James-Taylor-Songs „Another Day“, aber auch bei den Songs mit lateinamerikanischem Einschlag. Der Jobim-Klassiker "One Note Samba", der aus irgendeinem Grunde in jüngster Zeit auf keiner neuen Jazz-CD fehlt, bekommt solch eine Portion Feuer­ dass selbst Freunde des klassischen Bossa Nova vor Freude jauchzen möchten. Bridges“ ist das zweite Album, das Gottschalk und Haunschild gemeinsam eingespielt haben. Der Verdacht, deshalb in Routine zu verfallen, ist indes unbegründet. "Bridges" ist ein glänzend ausbalanciertes Album, aber es ist auch eine Platte mit Herz. Ein intimes Album, im besten Sinne des Wortes. Es ist zudem ein Beweis dafür, wie wenig Begriffe wie Jazz, Pop oder Folk in Wahrheit aussagen und wie erfrischend es klingen kann, wenn man sich auf hohem Niveau über die Grenzen solcher Begriffe hinwegsetzen kann.

 Lübecker Nachrichten,  zurück zum Anfang

 

Nach den "Favorite Songs“ von 1998 zelebrieren der Sänger Norbert Gott­schalk und der Gitarrist Frank Haun­schild ihre Auffassung der Kunst des Duos nun auf ,,Bridges“. In seelenver­wandter Sensibilität für swingendes Miteinander weben sie ihre Brücken in weich schwebenden Bögen und eleganter Transparenz auf einander zu. In stimmungsvollen Klangbildern kommt Entspannung pur aus den Boxen bei Joey Calderazzos ,,Midnight Voyage", James Taylors „Another Day" Antonio Carlos Jobims "One Note Samba“ oder Eigenem wie dem ,,Folk Song", "Waltz for me“ und ,,Blue Minor", bei dem Gottschalk auch auf der Trompete zeigt, dass Sanftmut nicht mit Schwäche gleichzusetzen ist.

zurück zum Anfang (Jazzpodium, März 2002)

 Frank Haunschild kennen alle Gitarristen des deutschsprachigen Raumes durch sein Standardwerk: "Die neue Harmonielehre“, er ist einer der herausragenden deutschen Jazzgitarristen. Er muss sich hinter keinem seiner Vorbilder (Burrell oder Pass) verstecken. Norbert Gottschalk, über dessen Verwandtschaft zu Thomas Gottschalk keine Infos vorliegen, auch wenn sich seine mit Thomas‘ Nase durchaus messen kann, singt Eigenkompositionen und Standards und spielt Trompete. Ein entspanntes Album mit viel Raum zur Entspannung und ohne An­strengung eingespielt. Und dass Gottschalk kein Amerikaner ist, hört man wahrscheinlich nur, wenn man die Sprache besser spricht als er. Anspieltipp: die sphärische Eigenkomposition ,,Waltz For Me“, hier schwebt Haunschilds Gitarre wie ein Blatt im Herbstwind und lässt sich von den Sonnenstrahlen erwärmen. Herrlich!

  zurück zum Anfang  (Concerto, März 2002)

 Was sie veröffentlichen, klang schon beim ersten Auftritt gereift wie lange gelagerter Whiskey und   berauschte wie frische Septemberluft. Drei Jahre nach ihrem CD-Debüt haben Norbert Gottschalk und Frank Haunschild nun ihr Klangspektrum vorsichtig erweitert und die Akzente etwas verschoben. Norbert Gottschalk spielt nun manchmal auch auf Gitarre und Trompete mit und pfeift jazzige Melodien mit schwindelerregender Intonationssicherheit; statt Klassikern am laufenden Band gibt es nun mehr Eigenkompositionen. Wie wenig sie es mittlerweile nötig haben, Knaller á la ,,Moondance“ oder „Spain“ an den Anfang zu setzen, zeigt das samtig-jazzige ,,Midnight Voyage“: Elegant wird der Hörer sofort hineingezogen in ein Album, das Ruhe, Harmonie und Offenheit aus­strahlt, ohne in die unsägliche Smooth-Jazz-Ecke abzugleiten, und das Pop-Elemente behutsam integriert, ohne dass damit ein Ni­veauverlust verbunden wäre. Das liegt zum einen an einer stupenden Lockerheit - jeder Ton sitzt, und zwar so mühelos, dass alles ein vornehmes Understate­ment atmet. Zum anderen schafft die vorzügliche Produktion dank einer behutsamen Annäherung der Sounds verschiedener Gitarrentypen (Steelstring, Nylonstring, Archtop) aneinander ein unaufdringlich schönes, einheitliches Klangbild, ohne dass die charakte­ristischen Unterschiede synthetisch verwischt werden. Zum drit­ten sind Songauswahl und -bearbeitung wieder vom Feinsten: Ein munterer Swing mit „I Wish You Love“, ein einfühlsames ,,You Don't Know What Love Is“, eine lässige "One Note Samba" (zeitweise nur von Perkussion auf Frank Haunschilds Archtop begleitet), ein unverschämt gut inszeniertes "Another Day" von James Taylor und das im Stil Pat Metheny huldigende "Holiday Rain" (eine Eigenkomposition) bilden die Höhepunkte eines leise groovenden Albums, dessen Sog sich 
bei mehrmaligem Hören immer stärker entfaltet.

 zurück zum Anfang  (Akustik Gitarre, Februar 2002)

 

Norbert Gottschalk und Frank Haunschild - Bridges

Scatman John war eine typische Chart-Attrappe der 90er-Jahre. Angeblich mit Jazzfeeling machte er handelsübliche Dancefloor-Dutzendware. Das Jazzige daran sollte sein Scat-Gesang sein. Scatten ist eine flinkzüngige Vokalimprovisation auf Leersilben, mit der ein Jazzsänger seine tonale Treffsicherheit und vor allem sein Improvisationstalent unter Beweis stellen kann. Die Stimme als Instrument: Eine Kunst, die man heute eher selten zu hören bekommt – und ganz sicher nicht von Scatman John. Norbert Gottschalk ist ein deutscher Sänger, der nicht nur im Scat-Gesang glänzt. Das Album "Bridges" ist seine zweite Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Frank Haunschild.

Beide sind Musiker mit akademisch verbrieftem Qualitätsanspruch: Gottschalk lehrt am Maastrichter Konservatorium, 
Haunschild an der Musikhochschule Köln. Die Platte klingt aber nicht wie ein professorales Lehrstück: Es geht unter die Haut, wie hier Standards und eigene Stücke interpretiert werden. Das knappe Arrangement von Gesang und Gitarre sorgt per se schon für Intimität zwischen Musikern und Hörern. Vor allem aber ist es die Stimme Gottschalks, die sich elegant in die Gehörgänge schmeichelt (und übrigens exquisit aufgenommen ist). Haunschild füllt die Pausen mit Swing und Verve auf akustischen und elektrischen Gitarren, glänzt als solistischer Gegenpol zur Stimme. Bei aller Improvisationsfreude an Instrument und Mikro verfallen die beiden aber nicht einem musiktechnischen Fetischismus. Schließlich müssen sie nicht betonen, was sie alles können - man hört es ohnehin. Die eigentliche Kunst besteht darin, sich im Dienste des Zusammenspiels und der Songs zurückzunehmen. Und da können die Studenten von Gottschalk und Haunschild eben doch einiges lernen. Zum Beispiel, wie man tausendmal gehörte Klassiker ohne Patina spielt, etwa "I Wish You Love" oder "One Note Samba". Und wie man neue eigene Songs in solch eine "Ahnengalerie" nahtlos integriert. Fazit: Lieber zwei Musikdozenten als einen Chart-Klon im CD-Spieler.

Bewertung: Ausgezeichnet

Matthias Kaufmann, Viva-TV

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